Gemeinsam einen Unterschied machen!

30.12.2018 20:43

Erfolgsgeschichten: Ehemalige MARIPHIL Patenkinder starten ins Berufsleben

MARIPHIL möchte die Menschen vor Ort dazu befähigen, die Gesellschaft nachhaltig von unten zu verändern. Bildung ist der zentrale Schlüssel. Seit 2003 werden Schüler aus dem MARIPHIL Projektgebiet und seit 2011 auch aus dem Kinderdorf auf ihrem Bildungsweg von Pateneltern aus Deutschland unterstützt. Das Konzept basiert auf strengen Richtlinien, womit sichergestellt werden soll, dass eine Patenschaft nicht im Sand verläuft. Lediglich Schüler, die ein gewisses Maß an Motivation und Selbstdisziplin mitbringen und regelmäßig gute Leistungsnachweise vorzeigen, werden gefördert. Ein Scholarship über MARIPHIL erhalten außerdem nur Kinder, deren Familien als bedürftig oder mittellos eingestuft werden. Dabei soll jede Familie einen - wenn auch noch so geringen - Eigenanteil der Kosten tragen.

Für viele philippinische Kinder ist der Schulbesuch trotz Schulpflicht keineswegs selbstverständlich. Ohne Hilfe der Paten könnten zahlreiche Familien es sich nicht leisten, ihre Kinder in den Unterricht zu schicken, da Bildung auf den Philippinen nur in der Theorie kostenlos ist. Über die Jahre hat das Schulpatenschaft-Konzept Früchte getragen: Über 30 der geförderten Patenkinder haben bislang ihr Studium am College abgeschlossen. Wir, zwei Freiwillige aus dem Kinderdorf, haben Jincky Grace Fernandez und Malvin Tadle getroffen, beide ehemalige MARIPHIL Patenkinder, die nach erfolgreich absolvierter Ausbildung inzwischen auf eigenen Beinen im Leben stehen.

Die 21-jährige Jincky hat bereits mit 16 Jahren ihr Lehramtsstudium begonnen und dieses im letzten Jahr abgeschlossen. Inzwischen lehrt sie in der High School in Tubod, welche auch die Jungen und Mädchen aus dem Kinderdorf besuchen. Dort unterrichtet sie ihre eigene neunte Klasse und drei weitere Klassen in Englisch und „Values Education“.

Malvin, der 14 Jahre durch eine Schulpatenschaft unterstützt wurde, absolvierte im März diesen Jahres sein Bachelorstudium und arbeitet seitdem als Ingenieur in Führungsposition bei einer Aufzugfirma in Davao. Während er bereits in einem eigenen Apartment in Davao lebt, wohnt Jincky noch bei ihrer Mutter auf einer Reisfarm.

Sie ist das Jüngste von sieben Kindern und kümmert sich um ihre Geschwister. Ihr Vater ist vor fünf Jahren gestorben. Früher arbeiteten ihre Eltern als Reisbauern auf der Farm und kamen gerade so über die Runden. Dass sie trotzdem die Schule besuchen konnte, wenn auch unregelmäßig, war großes Glück. Die finanziellen Hürden waren hoch und oft musste sie ihren Eltern auf dem Reisfeld unter die Arme greifen. Trotzdem schloss sie die zweite Klasse als Jahrgangsbeste ab und wurde unter vielen für die Schulpatenschaft auserwählt.

Sowohl Jincky als auch Malvin wurden durch ihre Paten aus Deutschland mit einem monatlichen Beitrag unterstützt, der z.B. für Fahrtkosten, Schulmaterial oder -uniform eingesetzt wurde. Das Scholarship hat Jincky und Malvin jeweils als einziges Kind der Familie ein Studium ermöglicht. Trotzdem entstand kein Neid unter den Geschwistern - im Gegenteil, sie sind sogar stolz auf das, was die beiden erreicht haben. Auf die Frage, ob es dadurch starke Unterschiede zwischen den Geschwistern gäbe, erklärt uns Malvin, dass sein jüngerer Bruder bereits seit fünf Jahren als Truckfahrer arbeite und dadurch mehr Lebens- und Arbeitserfahrung gesammelt habe. Im Laufe des Gesprächs betont Malvin immer wieder, wie dankbar er seinen Paten und MARIPHIL sei. Ohne sie wäre sein Traum nie in Erfüllung gegangen, erzählt er mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Auch Jincky weiß die Unterstützung sehr zu schätzen und hält auch jetzt noch regen Kontakt zu ihren Pateneltern. Sie haben im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft entwickelt. „Sie sind Teil meiner Familie“, sagt sie. Neben zahlreichen Briefen und Paketen haben sie sich 2016 sogar persönlich kennengelernt, als ihre Pateneltern sie hier in Tubod besucht haben. Sie möchten die junge Frau auch weiterhin begleiten und unterstützen, denn sie träumt von einer eigenen Schule.

Die zwei jungen Erwachsenen konnten ihren Weg gehen und stehen vor einer perspektivenreichen Zukunft. An erster Stelle steht trotzdem die Familie. Jinckys Wunsch ist es, gemeinsam mit ihrer Mutter die Reisfarm zu verlassen und in einem richtigen Haus zu leben. Malvin plant, sein Elternhaus zu renovieren und Zugang zu Strom und Wasser zu schaffen.

Den ehemaligen Patenkindern ist bewusst, dass es vielen Kindern auf den Philippinen verwehrt bleibt, die Ausbildung abzuschließen und in eine sichere und selbstbestimmten Zukunft zu blicken. Da ihnen durch die Schulpatenschaft genau dies ermöglicht wurde, möchten sie an die nächste Generation etwas zurückgeben. Jincky plant wöchentlichen Englischunterricht im Kinderdorf und beide unterstützen schon jetzt junge Schüler und deren Familien bei den anfallenden Schulkosten. Beide sind der Überzeugung, dass der Zugang zu Bildung die Grundlage dafür ist, um Schritt für Schritt in eine gerechtere Welt gehen können.

Wir wünschen Jincky und Malvin und all unseren Patenkindern viel Kraft und Erfolg für die weiteren Schritte auf ihrem Lebensweg und wünschen uns für das Jahr 2019, dass wir gemeinsam für viele weitere Kinder einen Unterschied machen können!

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